Dienstag, 28. Juli 2015

Bundes- oder Nationalfeiertag (1. August) 1954 an der "arktischen Riviera"


Improvisation war im Sommer 1954 in Nathorst Land im innersten Scoresby Sund von Nordost-Grönland gefragt, um den Bundes- oder Nationalfeiertag der Schweiz stilgerecht mit einem Feuer zu begehen.

Eduard Wenk (1907-2001), der Leiter der Expeditionsgruppe und Professor für Mineralogie und Petrografie an der Universität Basel, sowie seine beiden Assistenten, Rechtsanwalt Oliver Wackernagel und Internist Hans-Peter "Hape" Buess (1920-1997), behalfen sich mit einer Hose aus dem berüchtigten Manchester-Stoff, Heidekraut und Zeltstange.


Die auf Kodachrome aufgenommene Aufnahme stammt von Hans-Peter Buess. Er war während der Sommer 1951, 1953 und 1954 im Rahmen der Lauge-Koch-Expeditionen in Nordost-Grönland tätig. („Persönliche Aufgabe: Mädchen für alles, wie jeder andere auch. Proviantnachschub, Vorverlegung, Rekognoszierung. Koch. Arzt!“ Aus Notizen zu einem Vortrag im Bernoullianum in Basel.) Sein umfangreicher photografischer und schriftlicher Nachlass liegt im Polararchiv Schweiz.

"Arktische Riviera" bezieht sich auf den Titel einer im Jahr 1957 im Berner Verlag Kümmerly & Frey erschienenen Monographie von Ernst Hofer (1902-1987). Der von 1925 bis 1967 bei der Eidgenössischen Landestopographie in Wabern tätige Spezialist für terrestrische Photogrammmetrie hielt sich auf Einladung der Lauge-Koch-Expeditionen während den Sommern 1949, 1950, 1951 und 1954 ebenfalls in Nordost-Grönland auf. Seine aus eigener Initiative entstandenen s-/w und farbigen Aufnahmen wurden 1957 auch in einer französisch- und in einer englischsprachigen Ausgabe veröffentlicht, 1960 auch in einer Italienischen.

Mittwoch, 10. Juni 2015

1st Central European Polar Meeting (Vienna, Austria, 10th – 13th November 2015)

The 1st Central European Polar Meeting will bring together polar researchers including distinguished scientists and the next generation of polar researchers, from Central European countries and around the globe. This meeting is one of the first international activities of the newly established Central European Polar Partnership, which aims at increasing the visibility and coordinating polar research in and among the participating countries.

http://www.polarresearch.at/conference/

Zum 100. Todesjahr Julius Payers ist im Tyrolia Verlag eine Biographie erschienen - fast 60 Jahre nachdem die letzte umfangreiche Arbeit über das Leben und Werk dieses begnadeten Zeichners und Malers, Bergsteigers und Schriftstellers publiziert wurde.

"Der im nordböhmischen Kurort Teplitz-Schönau geborene Payer war ein Mann mit vier Karrieren. Als Alpinist führte er innerhalb von fünf Jahren 21 Erstbesteigungen im Adamello-Presanella-Gebiet und 38 Erstbesteigungen im Ortler-Gebiet durch. Als Polarfahrer entdeckte er im Zuge einer spektakulären Expedition, die mehr als einmal auf des Messers Schneide stand, neue Gebiete in Nordostgrönland (1869/1870) und auf Franz-Josef-Land (1873/1874). Als Schriftsteller verfasste er die geografischen Grundlagenwerke zu fünf Gebieten der Ostalpen und landete mit seinem polaren Reisebericht, einen österreichischen Bestseller des 19. Jahrhunderts. Als Historienmaler war er ausserdem mit seinen Monumentalgemälden für kurze Zeit weltberühmt.

Frank Berger, geb. 1957, ist promovierter Historiker und Kurator am Historischen Museum Frankfurt. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen: Numismatik, Wissenschaft und Forschung, Technik und Industrie. Frank Berger beschäftigt sich seit Jahren mit der Geschichte der Polarforschung und hat bereits zahlreiche Bücher zum Thema publiziert." (Tyrolia Verlag)

Freitag, 5. Juni 2015

Die Naturforschenden. Auf der Suche nach Wissen über die Schweiz und die Welt, 1800–2015.

Herausgegeben von Patrick Kupper und Bernhard C. Schär. Mit Beiträgen von Alban Frei, Pascal Germann, Remo Grolimund, Lea Haller, Flavio Häner, Franziska Hupfer, Tobias Krüger, Patrick Kupper, Sibylle Marti, Lukas Meier, Lea Pfäffli, Serge Reubi, Bernhard C. Schär, Tobias Scheidegger, Alexis Schwarzenbach. Verlag Hier und Jetzt (Baden)

„Die Schweiz ist global vernetzt. Zu verdanken hat sie dies nicht zuletzt den Schweizer Naturforschenden, die seit dem 18. Jahrhundert die Welt erkundet und sich grenzüberschreitend mit anderen Wissenschaftlern ausgetauscht haben. Die Forschenden selbst sind jedoch kaum bekannt. Das Buch schliesst diese Lücke. 15 Autorinnen und Autoren beleuchten die Biografien von Naturwissenschaftlern und Naturwissenschaftlerinnen. Sie erklären, wie die Forschenden zu ihren Entdeckungen, Einsichten und Irrtümern kamen und wie sie dabei in den letzten 200 Jahren den Wissenschaftsstandort Schweiz mit aufbauten. Bekannte historische Persönlichkeiten wie Louis Agassiz oder Albert Einstein werden neu beleuchtet, bislang vernachlässigte Figuren wie Clémence Royer oder Boukary Porgo werden in ihrer Bedeutung für die Naturwissenschaften und die Schweiz sichtbar.“ (Verlag Hier und Jetzt)

Der Beitrag von Lea Pfäffli, Doktorandin am Lehrstuhl für Technikgeschichte der ETH Zürich, „Diplomatie statt Heldentum. Robert Haefeli, die Schweizer Polarforschung und der Kalte Krieg.“ interessiert hier natürlich speziell. Zum Volltext.

"Wie die Schweiz das Ranking erfand und zur Wissenschaftsnation wurde." Interview mit Bernhard C. Schär und Lea Pfäffli von Florian Meyer (ETH Zürich, News, 13.8.2015) ETH Zürich, News

Mittwoch, 22. April 2015

Thomas Ulrich bricht Testlauf vom Nordpol zur kanadischen Küste ab

Thomas Ulrich teilte seinem Expeditionsmanager Hans Ambühl letzten Freitag per Satellitentelefon mit, dass er seinen 800 Kilometer weiten Marsch vom Nordpol nach Ward Hunt Island an der kanadischen Küste wegen zu grosser Risiken abbreche.

"Ulrich sei sich immer bewusst gewesen, dass sowohl die Testexpedition als auch die Arktis-Überquerung im nächsten Jahr 'die kompromisslose Akzeptanz eines unlimitierten Risikos voraussetzen'", ist in der heutigen Ausgabe des Tages-Anzeigers zu lesen.

Hans Ambühl weiter: "Einerseits bin ich natürlich überrascht und auch enttäuscht über das schnelle Ende der Expedition. Auf der anderen Seite bin ich aber auch stolz und glücklich, dass Thomas auf der Testexpedition die Antwort auf eine sehr zentrale Frage gefunden hat und sich aus eigenem Antrieb und nicht aufgrund einer Verletzung oder einer Notfallsituation für den Abbruch entschieden hat." Thomas Ulrich soll gestern die russische Eisstation Barneo erreicht haben.

Eintrag vom Juni 2013 im Polararchiv Schweiz. Homepage und Webshop von Thomas Ulrich

Bild: Tages-Anzeiger / zvg

Donnerstag, 19. März 2015

„4 Mann im Zelt à la Sardine.“ Eine Expedition des Schweizer Geologen Adolf Ernst Mittelholzer im März und April 1939 in Nordost-Grönland, von Stefan Kern

Europa war schon tief in der Krise, als im Frühsommer 1938 einige Schweizer Geologen über Dänemark und Island zu einer Reise nach Nordost-Grönland aufbrachen. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland im März 1938 hatte die Tschechoslowakei im Mai einen Teil seiner Armee mobilisiert. Schon im Dezember des Vorjahres hatte Hitler Weisungen an die Wehrmacht erlassen, die Eroberung der Tschechoslowakei planerisch vorzubereiten und im Mai 1939 stand für ihn der Entschluss zur Eroberung der Tschechoslowakei fest.

Der promovierte Geologe Adolf Ernst Mittelholzer und der kaufmännische Angestellte Ernst Bachmann waren Mitglieder dieser Reisegruppe. Als die beiden Forscher nach mehr als einem Jahr in Nordost-Grönland mit dem Zug von Kopenhagen in die Schweiz heimfuhren, hatte sich die Krise politisch und militärisch weiter zugespitzt. Unmittelbar nach seiner Rückkehr wurde Adolf Ernst Mittelholzer zum Aktivdienst einberufen. 1941 erschienen in Dänemark – das neutrale Land war im April 1940 von den Nazis okkupiert worden – die wissenschaftlichen Ergebnisse Mittelholzers dieser Expedition in der seit 1879 erscheinenden Reihe „Meddelelser om Grønland“.

Lebenslauf
Geboren wurde Adolf Ernst Mittelholzer am 10.11.1906 in St. Gallen. Nach dem Besuch der dortigen Schulen studierte er von 1926 bis 1933 Geologie, Mineralogie und Petrographie und im Nebenfach Zoologie und Botanik an der ETH. Von 1933 bis 1937 war er als Hilfslehrer für Chemie und Physik am Städtischen Gymnasium in Bern tätig. Mit einem „Beitrag zur Kenntnis der Metamorphose in der Tessiner Wurzelzone mit besonderer Berücksichtigung des Castionezuges“ promovierte er 1936 beim Mineralogen und Petrographen Paul Niggli (HLS) an der ETH. Kurz nachdem er eine Stelle als Bezirkslehrer in Rothrist angetreten hatte – seit 1933 war er mit Margarethe Windrath verheiratet, mit der er zwei Kinder hatte –, nahm er eine Einladung zu einer Expedition nach Nordost-Grönland unter Leitung des dänischen Geologen Lauge Koch (1892-1964; Wikipedia) an. Sie dauerte vom Juni 1938 bis September 1939.

1. Die Goodthaab im Treibeis vor Nordost-Grönland im Jahr 1938.
Nach seiner Rückkehr wurde Mittelholzer zum Aktivdienst einberufen, wo er zum Meteorologen ausgebildet wurde. Von 1946 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1972 unterrichtete er Mathematik und naturwissenschaftliche Fächer an der Bezirksschule im aargauischen Kulm. Adolf Ernst Mittelholzer verstarb am 21.5.1984.

Die Reise im März und April 1939
„Letzter Sonnenblick“ notierte Mittelholzer am 8. November 1938 in sein Feldbuch – erst um den 2. Februar sollte die Sonne wieder zu sehen sein. Seit Ende August 1938 lebten er und sein Assistent Peter Bachmann, von ihm sind bisher keine weiteren biographischen Details bekannt, auf der Station Eskimonæs (74° 05.7´ N 21° 16.8´ W) an der Südküste von Clavering Ø (73° 17.0‘ N 21° 08.0‘ W; Wikipedia). Die Insel wurde von der Expedition Karl Kolldeweys 1869/70 nach Douglas Charles Clavering benannt, der die Küstengewässer Ostgrönlands im Jahr 1823 befahren hatte.

2. Funkstation der Station Eskimonæs.
Die an der Südküste der Insel gelegene Station Eskimonæs mit vier Gebäuden war 1931 von der Expedition Lauge Kochs errichtet worden. Ausgerüstet mit einer Funkstation, diente die Station von 1941 bis 1943 der Nordøstgrønlands Slædepatrulje (Wikipedia) als Hauptquartier. Während des Zweiten Weltkriegs, im März 1943, wurde das Hauptgebäude vom deutschen Marinewetterdienst zerstört und das Gelände im Mai des gleichen Jahres von der US Air Force bombardiert. Im Winter 1938/39 wurde die Station vom Dänen Ib Poulsen geleitet, der wie sein Landsmann Niels Ove Jensen, das Funkgerät bedienen konnte. Die beiden Grönländer Jakob Senimoinaq und Christian Arke arbeiteten auf Eskimonæs als Schlittenführer.

Stationsleiter Poulsen schloss sich im Jahr 1942 der Nordøstgrønlands Slædepatrulje an und wurde 1948/49 Leiter der Danmarkshavn Weather Station. Jensen wurde 1941 vom US-amerikanischen Commander Edward Hanson Smith zu einem der Kommandanten der Nordøstgrønlands Slædepatrulje ernannt und 1942 nach West-Grönland evakuiert. Von 1943 bis 1944 leitete er die Station Dødemandsbugten und von 1944 bis 1945 die Station Daneborg.

3. Auf Hudson Land kamen Islandponys zum Einsatz.
Nach ihrer Ankunft in Nordost-Grönland im Sommer 1938 arbeiteten Mittelholzer und Bachmann in einer Gruppe unter Leitung des Schaffhauser Geologen Heinrich Bütler in Hudson Land (73° 53.0‘ N 23° 18.0‘ W). Von dort wurden sie im Herbst nach Eskimonæs geflogen.

Geologen aus der Schweiz waren ab 1932 an den Expeditionen Lauge Kochs beteiligt, und mehrere von ihnen kannten die Anforderungen an eine Überwinterung bereits aus eigener Erfahrung. So hatten von 1932 bis 1938 bereits sieben Schweizer Geologen in Nordost-Grönland überwintert. Da es der Godthaab im Sommer 1937 nicht gelungen war, den Treibeisgürtel vor der Küste zu durchqueren und deshalb nach Dänemark zurückkehren musste, mussten Wolf Maync, Hans Stauber und Andreas Vischer zweimal dort überwintern.

4. Eskimonæs mit Antenne, Zwinger und Fleischgestell 1938/39.
Neben Fachkenntnissen und einer intakten körperlichen und mentalen Verfassung war eine weitere Voraussetzung für eine Überwinterung, dass die Teilnehmer sich von beruflichen oder familiären Verpflichtungen frei machen konnten. Mittelholzer dankte in seinem 1941 in Kopenhagen publizierten Forschungsbericht denn auch der Erziehungsdirektion des Kantons Aargau und der Schulpflege der Gemeinde Rothrist für die Bewilligung für einen sechzehnmonatigen Urlaub vom Schuldienst.

Eine Überwinterung ermöglichte es, dass die Periode vom Frühjahr bis zum Aufbrechen des Meereises im Frühsommer für Schlittenreisen auf dem Meereis der Fjorde genutzt werden konnte. Da die Niederschläge in Nordost-Grönland gering ausfallen, im Winter also nur wenig Schnee liegt, ist das zu untersuchende Gelände relativ gut begeh- und untersuchbar (in Wasseräquivalent beträgt der Jahresniederschlag 15 bis 20 Zentimeter).

Für seinen Auftrag reiste reiste Mittelholzer mit Peter Bachmann von Mitte März bis Anfang August 1939  während ingesamt etwa 15 Wochen zu Fuss, mit Hundeschlitten und mit einem Boot. An Hand seiner Eintragungen und Fotografien vom Beginn der ersten, drei Wochen dauernden Expedition im März und April 1939, soll hier auf die Charakteristik einer solchen Unternehmung und auf die Arbeitsweise Mittelholzers näher eingegangen werden.

Die Eintragungen im Feldbuch vom 12. bis 16. März 1939 
„Abfahrt“ notierte Mittelholzer am 12. März in sein Feldbuch (Zeile 3). Die Angaben zur ersten Etappe datieren jedoch vom 14. März. Der scheinbare Widerspruch kann damit erklärt werden, dass zwar am 12. März gestartet wurde, die zurückgelegte Strecke vom Ausgangspunkt bis zum Kap Oetker aber erst am 14. März von Mittelholzer notiert wurde. Doch auch eine andere Erklärung ist denkbar: Da die Strecke nur etwa 30 Kilometer beträgt, ist es unwahrscheinlich, dass dafür drei Tage benötigt wurden. Möglicherweise war es während der ersten beiden Tage zu Verzögerungen bei der Abreise gekommen und die Gruppe war in Eskimonæs geblieben. Und dann war am 14. März die ganze Etappe zurückgelegt worden.

5. Feldbuch mit Eintragungen vom 12. bis 16. März 1939 (Transkription am Schluss des Beitrags).
Die Notiz „4 Mann im Zelt à la Sardine“ (Zeilen 5 und 6) ist wohl wörtlich zu verstehen: Dass die vier Männer wegen der engen Platzverhältnisse im Zelt wie Ölsardinen schlafen mussten, also Kopf gegen Füsse und wieder Kopf gegen Füsse. Das Depot (Zeile 14) war möglicherweise schon im Sommer 1938 vorbereitet worden, konnte aber auch von einer früheren Expedition stammen. Auf Zeile 14 ist Moskusschlachten notiert. Dies hing möglicherweise damit zusammen, dass am Ende des Winters nur noch wenig Futter für die Hunde auf der Station vorhanden war bzw. mitgenommen werden konnte; es bestand gewöhnlich aus Saiblingen, die sommers in den Fjorden gefangen wurden. Vielleicht sollte den Hunden auch einfach Frischfleisch verschafft werden, was auch den Zweibeinern zugute kam.

6. Mittelholzer im Frühsommer 1939.
Fotografien
Mittelholzer verwendete zwei Kameras: Eine Leica für Kleinbild-Film in Patronen und eine Rollei für Rollfilm (sogenanntes Mittelformat). Eine Leica ist leicht und kompakt, eine Rollei hingegen relativ schwer und sperrig. Aufnahmen mit der Rollei hatten den Vorteil, dass auf dem Rollfilm bedeutend mehr Informationen „gespeichert“ werden konnte, als auf dem dreieinhalb Mal kleineren Format eines Kleinbildfilms. Beide Kameras gehörten wegen ihrer mechanischen Zuverlässigkeit und ihrer optischen Qualität zum Besten, was damals erhältlich war. Ein Vergleich der Aufnahmen vom jeweiligen Kameratyp zeigt, dass Mittelholzer die Leica spontan einsetzte. Für Aufnahmen geologischer Funde oder vom Terrain – also für statische Aufnahmen – nutzte er hingegen die Rollei. Oft nahm er mit ihr auch ganze Gebirgszüge auf, deren Kontaktkopien später zu Panoramen zusammengesetzt wurden. Praktisch alle Aufnahmen in den Feldbüchern sind nummeriert. Nach dem Kameratyp steht die Zählung des Films (Zeile 1 in Abbildung 1 bzw. der Transkription), darauf die fortlaufende Nummerierung der Aufnahme, die mit Stichworten ergänzt wurde (Zeilen 1 bis 3). Oftmals notierte Mittelholzer auch Blendenöffnung und Verschlusszeit. Diese Werte ermöglichen die Ermittlung der optimalen Zeit bei der Filmentwicklung zur Steigerung oder Reduktion des Kontrasts. Aus diesen Werten lassen sich für Vergrösserungen auf Papier auch Rückschlüsse auf die optische Qualität des Negativs ziehen.

Eingangs zu den wissenschaftlichen Beobachtungen ist jeweils das Datum, gefolgt von der zurückgelegten Route sowie Angaben zu Witterung und Temperatur angegeben. In späteren Einträgen hielt er auch die Luftdruckwerte fest; sie konnten überlebenswichtige Hinweise auf die Entwicklung des Wetters geben. 

7. Kartenausschnitt mit Reiseroute, den Stationen und Hütten sowie die Arbeitsgebiete.




































Unter den weit über tausend Aufnahmen Mittelholzers finden sich nur drei Gruppenbilder. Zwei davon entstanden an Weihnachten und zeigen die festlich gekleidete Besatzung von Eskimonæs um einen geschmückten Tisch. Auf untenstehendem Bild sind der Leiter der Station und Telegraphist Ib Poulsen und die beiden grönländischen Schlittenführer Christian Arke und Jakob Senimoinaq abgebildet. Arke trägt eine Hose aus Eisbärenfell, während die beiden anderen europäische Kleidung tragen. Alle drei tragen Kamikker, die fellgefütterten Schneestiefel der Inuit.

8. Poulsen, Arke und Senimoinaq im März 1939.
Zu Beginn der Reise, und bis zum 15. März, wurden zwei Nansenschlitten verwendet (siehe unten Bild 218). Im Gegensatz zum breiten und schweren Schlitten der Grönländer, ist dieser Schlittentyp schmal und leicht gebaut. Der Schattenwurf auf Bild 219 zeigt, dass derjenige von Mittelholzer nicht beladen war. Das ermöglichte es ihm wohl, nach der idealen Fahrroute auf dem Meereis zu suchen oder nach Jagdbeute Ausschau zu halten. Mindestens zwei der Reisenden verwendeten Skis, wie auf den Aufnahmen 222 und 236 zu erkennen ist. Den Moschusochsen-Kälbern, die von einem losgebundenen Hund gestellt sind, näherte sich Mittelholzer bis auf eine Distanz von etwa 5 Metern (Bilder 228 bis 230).

9. Kleinbild-Aufnahmen, die mit einer Leica zwischen dem 12. bis zum 16. März 1939 aufgenommen wurden.








































Kontextualisierung
19jährig reiste Lauge Koch 1913 zum ersten Mal in die Arktis. Mit dem Vorsteher der Forschungsstation auf der westgrönländischen Insel Disko, Morten Porsild, und dem Schweizer Glaziologen Wilhelm Jost unternahm er dort zwei ausgedehnte Reisen (vgl. "Jost auf Disko", Teil 1 und 2 PACH). Nach einem Geologiestudium und entbehrungsreichen Lehrjahren leitete er während mehr als drei Dekaden ein höchst aufwendiges Forschungsprogramm. Dessen primäres Ziel war die geologische Untersuchung und Kartierung eines Gebietes, das sich vom Scoresby Sund auf dem 70. bis zum 83. Nördlichen Breitengrad des Kap‘ Morris Jesup erstreckt. Seit 1974 bzw. 1988 ist es der grösste Nationalpark der Welt.

Dieses Forschungsprogramm begann 1926 und nach der Unterbrechung durch den 2. Weltkrieg wurde es von 1947 bis 1958 fortgesetzt. Im Jahr 1932 nahm der Geologe Eugen Wegmann (1896-1982; HLS) als erster Schweizer daran teil und bis 1958 arbeiteten etwa 80 Schweizer Forscher und Alpinisten daran mit. Im Jahr 1965 schliesslich veröffentlichte John Haller (HLS sowie Harvard University Library) nach über zehnjähriger Kompilationsarbeit in Kopenhagen, wo er beim dänischen Grönlandministerium angestellt war, die erste tektonische Karte Ostgrönlands im Massstab 1: 500‘000.

10. Waidmanns Glück: Ernst Bachmann im Frühsommer 1939.
Resümee
Geschaffen als Grundlage für wissenschaftliche Berichte, geben die Feldbücher Mittelholzers einen Einblick in die Arbeitsweise eines ambitionierten Geologen. Der Untertitel seiner 1941 publizierten Arbeit („Vorläufiger Bericht […]“) weist darauf hin, dass ihm eine umfangreichere Publikation vorschwebte. Im Vorwort dieser Arbeit schrieb er: „Die Resultate sind daher nur als vorläufige zu betrachten. Andererseits werden in einzelnen Abschnitten bereits Détails publiziert, um die bisher gewonnenen Ergebnisse gegen alle Zufälle der Kriegszeit zu sichern.“

Nicht alle seiner meist stichwortartig festgehaltenen Notizen weisen jedoch wissenschaftlichen Charakter auf: Erlebnisse hielt er, zwar sparsam, auch fest. Und was sich emotional etwa hinter einer Tabelle mit Fiebertemperaturen über Tage verbirgt, lässt sich nur erahnen –, es ist das Zeugnis einer Sepsis die Peter Bachmann erlitt. Auf die Unterschiede der Aufnahmen, die Mittelholzer mit zwei verschiedenen Kameratypen machte, wurde hingewiesen: Die Leica-Aufnahmen bilden eine Art „Subtext“, sie weisen die Charakteristik einer Erzählung auf.

Jeder Teilnehmer der Expeditionen Lauge Kochs war verpflichtet, die wissenschaftlichen Ergebnisse in den monumentalen „Meddelelser om Grønland“ zu veröffentlichen. Von 1879 bis 1983 erschienen, enthalten sie Arbeiten zur Geographie, Geologie und Zoologie Grönlands, auch zur Archäologie und Botanik. So wurden auch unzählige Dissertationen und Monographien von Schweizer Wissenschaftern darin publiziert. Wie intensiv die Kontakte zwischen Dänemark und der Schweiz waren, lässt sich auch daran ablesen, dass die Naturforschende Gesellschaft Schaffhausen im März 1939 eine zweitägige Tagung über Grönland durchführte und die Ergebnisse im Jahr darauf veröffentlichte.

Was zeichnete diese Schweizer Geologen aus? Viele waren aktive Mitglieder in Alpenclubs, wussten sich also in schwierigem Gelände zu bewegen. Zum Fachlichen hielt der Nestor der Alpengeologie Rudolf Trümpy 2006 fest: „[…] Schweizer Geologen genossen einen ausgezeichneten Ruf, dank einer Ausbildung, die grosses Gewicht auf die Feldarbeit legte. Absolventen der Schweizer Institute fanden leicht Stellen bei internationalen Erz- und Erdöl-Firmen; an der weltweiten Erdöl-Exploration hatten sie massgeblichen Anteil.“ Mindestens ein Dutzend dieser „Grönland-Schweizer“ setzte die Karriere auf diesem Gebiet fort. Erst kürzlich eine Monographie von Monika Gisler über Schweizer Erdölgeologen mit dem Titel „Swiss Gang – Pioniere der Erdölexploration“ veröffentlicht. Eine moderne Darstellung über die Beiträge des Binnenlandes Schweiz zur Polarforschung fehlt hingegen noch.

Der Nachlass
Es handelt es sich um den ältesten und umfangreichsten bisher bekannten Nachlass eines Schweizer Teilnehmers der Expeditionen unter Leitung des dänischen Geologen Lauge Koch. Erschlossen ist er nach dem massgebenden Standard für die Verzeichnung von Archivalien ISAD(G) und gegliedert in: Handschriftliche Aufzeichnungen, Fotografien, Karten, Korrespondenz, Vorträge, Schulfunk, gedruckte Materialien sowie Miscellanea.

Das Feldbuch dient dem Geowissenschafter zum Festhalten seiner Befunde. Von Mittelholzer sind drei Feldbücher überliefert. Äusserlich identisch, sind sie 22 cm hoch und 15 cm breit. Ihre Einbände sind in grobes schwarzes Textilgewebe gebunden und die jeweils etwa 70 unlinierten Blätter sind fadengeheftet. Wegen des damals in der Papierherstellung häufig verwendeten Holzstoffs weisen die Seiten die typische gelbliche Verfärbung auf. Mittelholzer verwendete Bleistift für seine Aufzeichnungen, für Skizzen zusätzlich auch Farbstifte. Seine Eintragungen beginnen am 5. August 1938 und enden am 31. August 1939. Zwischen dem 2. Dezember 1938 und dem 11. März 1939 machte er keine Aufzeichnungen.

Eine weitere Quelle sind zwei in Wachstuch gebundene Notizhefte im Format 17 x 11 cm. Die nahezu täglich vorgenommen Einträge beginnen am 22. Juni und enden am 30. August 1938. Im zweiten Heft beginnen sie am 13. Mai 1939 und enden am 4. September 1939. Der überwiegende Teil dieser Aufzeichnungen ist in stenographischer Schrift abgefasst.

Weiter liegen über tausend Fotografien auf Film der Marke „Agfa Isopan F“ vor; in Form von Negativen jedoch lediglich die Kleinbild-Aufnahmen. Von sämtlichen Aufnahmen existieren jedoch Kontaktkopien. Eine Kontaktkopie wird hergestellt, indem das Filmnegativ zwischen ein Stück Fotopapier und eine Glasplatte gepresst, belichtet und entwickelt wird; diese sind in sechs Schulhefte eingeklebt.

Welchen Stellenwert die Fotografien für Mittelholzer hatten, geht aus der Einleitung seines 1941 in Kopenhagen erschienenen wissenschaftlichen Berichts hervor: „Wegen des Kriegsausbruches musste dieser Bericht bald nach Beendigung der Feldarbeit und z.T. im Militärdienst abgeschlossen werden, ohne dass das umfangreiche photographische Material und die petrographische Sammlung ausgenützt werden konnten“.

11. "Grantagletscher Talmündung → E". Aufnahme vom 3. April 1939 mit einer Rollei.












Diese Sammlung mit den Handstücken besitzt die Universität Basel möglicherweise heute noch, denn John Haller, von 1965 bis zu seinem Tod 1984 Professor für Geologie an der Universität Harvard, bat 1956  Mittelholzer brieflich um seine Feldbücher. Die Handstücke Mittelholzers befanden sich damals an der Universität Basel und Haller benötigte die Aufzeichnungen Mittelholzers zur Auswertung dieser Sammlung.

Transkription
In eckigen Klammern sind jeweils Ergänzungen gesetzt.

Erläuterungen zur Transkription
Titel: Dieser stammt von der gegenüberliegenden, sonst leeren Seite des Feldbuchs und bildet die Überschrift für die Eintragungen der Reise vom 12. März bis 4. April 1939. Tyroler Fjord: Von der Expedition Karl Koldeweys 1869-70 so benannt und erstmals erforscht (74° 28´ N 21° 12´ W). Payerland: Von der Expedition Lauge Kochs 1929-30 zum Andenken an die erstmalige Untersuchung dieses Gebiets durch Julius Payer im Jahr 1869 benannt (74° 30´ N 22° 30.0´ W).
Zeile 1: Mittelholzer verwendete die Schreibweise Kr[istian] für den Vornamen, während Schmidt Mikkelsen ihn mit Christian angibt.
Zeilen 1 bis 3: Der Wert 3,5 bezieht sich auf die Blendenöffnung, der zweite Wert auf die Belichtungszeit (1/100 Sekunde).
Zeile 4: Das Kap Oetker befindet sich im Südwesten von Clavering Ø (74° 15.3´ N 21° 59.8´ W). Benannt wurde es von der Expedition Karl Koldeweys 1869-70 zu Ehren des liberalen Publizisten und Politikers Friedrich Oetker.
Zeile 9: Die offizielle dänische Bezeichnung für die auf der Westseite der Revetpassage gelegene, 1927 errichtete norwegische Jagdstation Tyrolerheimen (74° 21.8´ N 21° 51.7´ W.) ist Revet. Die Hütte wurde 1928 neu errichtet, erhielt den Namen Moskusheimen und wurde bis 1960 benutzt.
Zeile 10: Bis 1938/39 hatte der norwegische Trapper Gerhard „City“ Antonsen bereits sechs Mal in Revet überwintert, davon vier Mal allein. Ende 1938 erlitt Antonsen einen schweren Unfall, der auch die Hilfe der Besatzung von Eskimonæs erforderte. Im Sommer 1939 musste er zur ärztlichen Behandlung nach Norwegen fahren und gab darauf seinen Beruf auf.
Zeile 12: Louise Elv bzw. Louisenelv (74° 24.1´ N 21° 8´ W): Fluss im NW von Clavering Ø, der in den Tyrolerfjord mündet und der von der Expedition Lauge Kochs 1929-30 benannt wurde.
Zeile 13: Rudi Bugt bzw. Rudis Bugt (74° 23.4´ N 21° 45.6´ W). Kleiner Fjord auf der NW-Seite von Clavering Ø, der von der Expedition Lauge Kochs 1929-30 als Rudi Bay zu Ehren des norwegischen Trappers Henry Rudi (1889-1970) benannt wurde. Mit „Föhre“ bezeichnete Mittelholzer eine Furt zwischen Clavering Ø und Payer Land, die bei Ebbe durchwatet werden kann.
Trangfjordeingang bzw. Trangfjorden (74° 27.2´ N 20° 57.9´ W). Von norwegischen Trappern ab etwa 1930 verwendeter Name für den engen Arm des Tyrolerfjords an der Nordseite von Clavering Ø.
Zeile 15: Moskus[schlachten] ist die dänische Bezeichnung für Moschusochsen. Wild kommen sie in den Tundren von Kanada und an der West- und Ostküste Grönlands vor.

Erläuterungen zu den Abbildungen 
Abbildung 1: Für Rekognoszierungsflüge führte die Goodthab eine mit Schwimmern versehene Heinkel mit. Feldbuch: Eintragungen vom 12. bis 16. März 1939 im Feldbuch Adolf Ernst Mittelholzers. Die Abbildung ist verkleinert wiedergeben und wurde unten leicht beschnitten, da sich dort keine weiteren Einträge befinden (Signatur: PACH-Mi 1.1.).
Abbildung 3: Vermutlich handelt es sich  bei der auf dieser Foto abgebildeten Mann um einen Isländer, dessen Name bisher aber nicht zu eruieren war. Eine Sequenz der Filmaufnahmen Heinrich Bütlers zeigen ihn auch auf einem wilden Ritt in der Tundra von Hudson Land.
Abbildung 7: Ausschnitt der 1933/34 aufgenommen und im Jahr 1939 vom Geodätischen Institut in Kopenhagen publizierten Karte „Clavering Ö“ (Massstab 1: 250‘000). Sie ist mutmasslich eine der weltweit ersten, die mit luftphotogrammetrischen Methoden hergestellt wurde. Die durchgegezogenen violetten Linien sind Reiserouten, die im Faksimile bzw. der Transkription erwähnt sind. Violett gestrichelte Linien markieren Routen, die vom 19. März bis 4. April zurückgelegt wurden. Die wichtigsten Arbeitsgebiete sind orange eingekreist. Rote Punkte markieren Stationen und Fängerhütten, die mit Sicherheit 1939 bestanden haben; auf der Karte des Geodätischen Instituts sind jedoch nicht alle damals bestehenden Hütten eingezeichnet. Mit einem Pfeil versehen ist Skrænthytten, die auf den Aufnahmen 234 bis 236 abgebildet ist, sie befindet sich jedoch auf der Nordseite des Flussdeltas. In Nordost-Grönland tragen Dutzende von Gipfeln und Gletschern Namen, die einen Bezug zur Schweiz haben; so unten links etwa die „Albert Heims Bjoerge“.
Abbildung 9: Die Kleinbild-Aufnahmen wurden für diesen Beitrag mit Bleistift nummeriert und verweisen auf die Zählung der Aufnahmen im Feldbuch Mittelholzers. Die in Klammern gesetzten Nummern bzw. Aufnahmen sind nicht im Feldbuch Mittelholzers notiert, aus diesem Grund fehlen auch Erläuterungen dazu. Die Aufnahmen 217, 222, 223, 226, 230 und 236 sind mit einem „V“ versehen. Vermutlich handelt es sich um eine Vorauswahl für Diapositive, die bei Vorträgen gezeigt werden sollten. Die zusätzlich mit einem roten Punkt versehene Aufnahme 230 wurde dann wohl auch tatsächlich hergestellt. Mittelholzer hielt u.a. am 21. Januar 1941 auch im Armeehauptquartier einen Vortrag.

Bei den Abbildungen 1 bis 4, 6 und 10 bis 11 handelt es sich um Mittelformat-, bei den Abbildungen 8 und 9 um Kleinbild-Aufnahmen, die von den Kontaktkopien digitalisiert wurden. (Zur Qualität der digitalisierten Abbildungen ist anzumerken, dass es sich hier ja nicht um einen Schönheitswettbewerb dreht.)

Literatur
Blümel, Wolf Dieter: Physische Geographie der Polargebiete, Leipzig 1999 (Teubner Studienbücher der Geographie).
Gisler, Monika: „Swiss Gang – Pioniere der Erdölexploration, Zürich 2014 (Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik 97).
Grönland, Tagung der Naturforschenden Gesellschaft Schaffhausen, 11.-12.3. 1939, Schaffhausen 1940 (Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft Schaffhausen 16).
Haller, John: Tectonic map of East Greenland, København 1965, Textband und drei mehrfarbige Karten im Massstab 1: 500‘000.
Higgins, Anthony A.: Exploration History and Place Names of Northern East Greenland, Copenhagen 2010 (Geological Survey of Denmark and Greenland Bulletin 21).
Köppchen, Ulrike/Hartwig, Martin/Nagel, Katja: Grönland, Welver 2005.
Menzi-Biland, Arthur: Der Anteil der Schweizer an der Erforschung Grönlands. Dänische staatliche Expeditionen nach Nord-Ost-Grönland unter der Führung von Dr. Lauge Koch (1926) - 1932-1954, Holzminden 1956 (Polarforschung 1. Beiheft).
Mittelholzer, Adolf Ernst: Beitrag zur Kenntnis der Metamorphose in der Tessiner Wurzelzone. Mit besonderer Berücksichtigung des Castionezuges, Zürich 1936. 
Mittelholzer, Adolf Ernst: Die Kristallingebiete von Clavering-Ø und Payer Land (Ost- Grönland). Vorläufiger Bericht über die Untersuchungen im Jahre 1938/39, København 1941 (Meddelelser om Grønland 114, 1941, 8). 
Quervain, Marcel de: Polarforschung, in: Schweizer Lexikon in sechs Bänden, 5, Luzern 1993, S. 193, Sp. 1 - S. 194, Sp. 2. 
Schmidt Mikkelsen, Peter: North-East Greenland 1908-60. The Trapper Era, Cambridge 2008.  
Stonehouse, Bernard: Tiere der Arktis. Leben und Lebensräume im hohen Norden, München 1974.
Trümpy, Rudolf: Geologie, in: Historisches Lexikon der Schweiz, 5, Basel 2006, S. 292, Sp. 2 - S. 294, Sp. 1.

Montag, 16. Februar 2015

Schweizer Polarforschung: Pioniergeist, Leidenschaft und Spitzenleistungen (neue Publikation des EDA)

Ab sofort ist die neue Publikation «Schweizer Polarforschung: Pioniergeist, Leidenschaft und Spitzenleistungen» des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten erhältlich in den Sprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch. An 12 Beispielen zeigt die Broschüre, wie Forschende aus der Schweiz Arktis und Antarktis erkunden und damit zum besseren Verständnis der globalen Klimaveränderung und unseres Erdsystems allgemein beitragen. .

PDF-Version

Dienstag, 3. Februar 2015

Nordklang Festival St. Gallen: Musik aus dem Norden. Freitag, 6. bis Sonntag, 8. Februar 2015

"Wir freuen uns sehr, Sie zur neunten Ausgabe des Nordklang Festivals mit einem abwechslungsreichen Programm begrüssen zu dürfen. Auch 2015 soll unser Programm eine musikalische Entdeckungsreise durch den hohen Norden sein. Und auch dieses Jahr sind die meisten der von uns gebuchten Künstlerinnen und Künstler in der Schweiz noch fast gänzlich unbekannt.

Kooperationen zwischen MusikerInnen aus dem Norden und der Schweiz zu ermöglichen, bleibt ein zentrales Anliegen. Wir sind stolz darauf, dieses Jahr wieder drei solche Kooperationen präsentieren zu können. Im Kinok werden Mike Sheridan (DK) und Patrick Kessler (CH) bei der Eröffnung des Festivals den Film «Terje Vigen» von Victor Sjöström aus dem Jahre 1917 live vertonen. Am Samstag wird die dänische Band Get Your Gun zusammen mit einem kleinen Chor aus der Ostschweiz auf dem Weg zur Grabenhalle an verschiedenen Orten einen akustischen Halt einlegen.

Ebenfalls ist uns eine doch eher ungewöhnliche Kooperation gelungen. Ein befreundeter Veranstalter aus Dänemark, der uns bereits über die vergangenen Jahre mit wertvollen Tipps geholfen hat, geht mit einem eigenen, abendfüllenden Festival (genannt «Nordisk») auf Tour. Was aber zeigt der Norden im Norden von sich selbst? Einige Neuentdeckungen des Nordisk Festivals standen auch auf unserer Wunschliste. Deshalb ist es uns eine Ehre, dieses Festival, eingebettet im Nordklang Festival, präsentieren zu können.

Das Nordklang Festival wird von einem wachsenden Team organisiert, ergänzt durch die zahlreichen freiwilligen Helfer, die uns vor, während und nach dem Festival tatkräftig zur Seite stehen. Dazu kommen viele treue Partner, welche uns Jahr für Jahr unterstützen; sei es mit finanziellen Mitteln, beim Ticketvorverkauf, mit Netzwerken, Beratung oder Werbung. Und nicht zuletzt sind es Sie, unser geschätztes Publikum, die es uns ermöglichen, jedes Jahr ein Festival zu organisieren, bei welchem niemand wirklich genau weiss, was musikalisch zu erwarten ist." (Editorial)


















Link: Nordklang Festival (St. Gallen)

Mittwoch, 28. Januar 2015

Association of Polar Early Career Scientists (APECS) - Swiss national committee

What is APECS? 
The Association of Polar Early Career Scientists is an organization that aims to simulate interdisciplinary and international research collaboration on polar and cryospheric sciences. For this, APECS tries to:

- Facilitate international and interdisciplinary networking
- Provide opportunities for professional career development
- Promote education

For who?
For all young researchers, from undergraduate students to early faculty members, and all other people that are interested to follow what is happening in the Polar regions and the wider cryosphere.

If you are looking for new collaboration, useful advices for your project/career, the creation of a new working group, help in your educational program, expending your network at social events or conferences, etc. APECS is for you!

Our aims 
Our goal is to regroup the scientific community working on polar region and cryosphere related topics in Switzerland and encourage international collaboration and networking. For this, we:

- Set up a list of mentors and professors to whom you can address questions,
- Set up a list of events where young scientists can gather, share experiences and ideas
- Publish news of projects/findings happening in our country Link: http://apecsswitzerland.wix.com/home






















Text und Bild von der Homepage

Montag, 19. Januar 2015

Arktis - Grönland & Spitzbergen - Multivision von Andreas & Christian Zimmermann

„Die Fotografen Andreas und Christian Zimmermann haben den Hohen Norden insgesamt sieben Mal besucht und ihre Eindrücke in einer packenden Reportage zusammengestellt. Mit wunderschönen Bildern, Videos und spannenden Geschichten möchten die Brüder Sie nach Grönland und Spitzbergen entführen und Sie mit dem Arktisvirus anstecken.“ (PR-Text) Termine und Tickets















Sonntag, 28. Dezember 2014

Künstlerischer Nachlass von Andreas Züst in der Graphischen Sammlung der Schweizerischen Nationalbibliothek

Geschenkweise und durch Ankauf gelangen bis 2017 rund 70'000 Diapositive, s/w-Negative und Abzüge von Andreas Züst (1947-2000) nach Bern (https://www.helveticarchives.ch/detail.aspx?ID=583039).

Teile des Fotoarchivs, das Verzeichnis seiner Kunst- und Büchersammlung sowie weitere Informationen zum Leben und Werk Andreas Züsts sind bereits heute online verfügbar unter http://www.andreaszuest.net/; Eintrag im "Historischen Lexikon der Schweiz"  http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D49976.php. In den frühen Siebzigerjahren war Züst als Mitarbeiter des ETH-Professors für physische Geografie und Glaziologie Fritz Müller (1926-1980) am North-Water-Project beteiligt.

Andreas Züst beim Modellieren einer Schneeskulptur im Churchill Motel & Hotel (Churchill, Manitoba, Kanada)






















Die Abbildung stammt aus dem Film über das Nordlicht Picture of Light (83 Min) von Peter Mettler; mit Andreas Züst als Koproduzent entstand er zwischen 1991 bis 1994. Bezug in der Schweiz: www.looknow.ch

Siehe auch Post vom März 2014 http://polararchiv.blogspot.ch/2014/03/the-eagle-has-landed-oder-wozu-ein.html

Sonntag, 14. Dezember 2014

Importverbot für Robbenprodukte (Wintersession 2014 des Nationalrats)

BERN. Nach langem Hin und Her ist der Weg frei für ein Verbot von Einfuhr und Handel mit Robbenprodukten. Der Nationalrat hat am Montag eine Motion von Oskar Freysinger (SVP/VS) in abgeänderter Form angenommen.

Die grosse Kammer hatte der Motion vor über zwei Jahren schon einmal zugestimmt, Der Ständerat schob das Anliegen jedoch auf die lange Bank. Er wollte zunächst den endgültigen Entscheid der Welthandelsorganisation WTO zum EU-Handelsverbot abwarten. Dieses war von Kanada und Norwegen angefochten worden.

Inzwischen hat die WTO das Verbot grundsätzlich für rechtmässig erklärt. Deren Schlichtungsstelle kritisierte allerdings, dass die Inuit vom Jagdverbot ausgenommen werden sollen. Der Ständerat änderte darum die Motion in dem Sinn ab, dass für die Schweiz die gleichen Regeln gelten müssen, wie sie die EU aufgrund des WTO-Entscheids beschliesst. Mit der Umsetzung soll zugewartet werden, bis die EU eine WTO-konforme Lösung gefunden hat.

Dieser Version der Motion hat sich der Nationalrat stillschweigend angeschlossen. Über die Auswirkungen eines Verbots gehen die Meinungen auseinander. Mit Ausnahme von Omega-3-Kapseln sind seit zehn Jahren keine Robbenprodukte in die Schweiz mehr eingeführt worden. 34 Länder haben den Import verboten, darunter die USA und Russland, (sda) - Appenzeller Zeitung vom 25.11.2014

Da stellt sich die Frage, was bei einem vollständigen Importverbot die Inuit mit den Fellen anfangen sollen, die von erwachsenen Robben stammen. Erwachsene Robben werden zu ihrer eigenen und zur Ernährung der Schlittenhunde bis heute legal gejagt. Ein Verdienst konnte bisher dadurch erzielt werden, indem die Felle gereinigt, gegerbt und dann zu Gebrauchsgegenständen oder zu Souvenirs verarbeitet wurden.

Fäustlinge aus dem Fell einer erwachsenen Ringelrobbe (Nachlass Victor Stoll / Polararchiv Schweiz)