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Dienstag, 20. November 2018

Sandra Walser: Auf Nordlandfahrt – 1896 von Hamburg nach Spitzbergen (Neuerscheinung)

Im Juli 1896 sticht in Hamburg der kleine Touristendampfer Erling Jarl in See und nimmt Kurs auf den Rand der damals bekannten Welt. Sein Ziel ist die hocharktische Inselgruppe Spitzbergen, ungefähr auf halber Strecke zwischen dem norwegischen Festland und dem Nordpol gelegen. Die 52 Passagiere an Bord – 45 Herren und 7 Damen – gehören zu den allerersten Polartouristen und -touristinnen überhaupt.

Wer waren sie? Was erhofften sie sich von der ungewöhnlichen Reise? Wie haben sie sie tatsächlich erlebt? Und nicht zuletzt: Was hat das alles mit unserer Gegenwart zu tun? Fragen wie diese führen durch die sorgfältig recherchierte und populärwissenschaftlich aufbereitete Publikation von Sandra Walser. Thematisch Schlaglichter setzend, lässt die Autorin die visionäre Nordlandfahrt der Erling Jarl wieder aufleben und entführt in eine faszinierende Epoche, in der der (Arktis-)Tourismus noch jung und wild war und weisse Flecken auf der Landkarte Anlass gaben zu grossen Geschichten. Walsers lebendiger Schreibstil sowie ein reicher Schatz an historischem Bildmaterial ermöglichen eine Kopfreise entlang der legendären Hurtigruten-Strecke – und weiter Richtung Nordpol.

Ein Deutscher als Vater des Polartourismus
Die 34-tägige Fahrt von Hamburg nach Spitzbergen im Sommer 1896 wurde vom findigen Norddeutschen Wilhelm Bade (1843–1903) veranstaltet, der heute als Begründer der Polartouristik gilt. Er brachte ab 1893 zahlende Passagiere in die Arktis und bot seiner internationalen, in der Regel gut betuchten Kundschaft mehr als nur «Land und Leute».

Die Unternehmung 1896 war besonders aufwändig aufgegleist. Beispielsweise fädelte Bade in Norwegen den Besuch einer Walfangstation ein, auf der auch der deutsche Kaiser Wilhelm II. verkehrte. Zudem konnten seine Gäste einer totalen Sonnenfinsternis beiwohnen, zusammen mit Astronomiegrössen aus aller Welt. Die beiden unbestrittenen Höhepunkte aber erlebten die Nordlandfahrenden in der hohen Arktis. Nicht nur stiessen sie im Eismeer auf eine der damals höchsten, je mit einem Schiff erreichten nördlichen Breiten vor. Sie verbrachten auch einige Tage im Basislager des schwedischen Polarforschers Salomon August Andrée (1854–1897), dem Leiter der wohl tollkühnsten Expedition des 19. Jahrhunderts: Von Spitzbergen aus – so der Plan – wollte Andrée die Bezwingung des noch uneroberten Nordpols auf dem Luftweg in Angriff nehmen ... in einem Gasballon!

Basislager der Andrée-Expedition auf Danskoya. Gemälde von Hans Beat Wieland. Privatbesitz

























Ein Schweizer mit an Bord
Der heimliche Protagonist von «Auf Nordlandfahrt» ist Hans Beat Wieland (1867–1945). Der Schweizer Maler war als 29-Jähriger im Auftrag einer Zeitung als Zeichner an Bord der Erling Jarl. Neben einigen Fotos und Bildern hinterliess er auch ein feinsinniges, und bisweilen äusserst unterhaltsames Tagebuch, das die Initialzündung zu Sandra Walsers Publikation gab.

Hans Beat Wieland 1896. Staatsarchiv Uri
Wieland passte als (Lebens-)Künstler und leidenschaftlicher Berggänger eigentlich so gar nicht in die illustre Gesellschaft. Ihm lag wenig an Champagner, Frack und Dekolleté. Sein Interesse galt vielmehr der Erkundung der Szenerie, in der er – wandernd, malend und schreibend – immer wieder Parallelen zu seiner Heimat entdeckte. So liess ihn das nordnorwegische Küstengebiet schwärmen: «Meine eigentliche Lieblingslandschaft – sie hat sehr viel Ähnlichkeit mit dem Gotthard.» Spitzbergen zog ihn dann komplett in den Bann. Man erhalte von diesem «Wunderland» wohl die beste Vorstellung, wenn man sich «unsere Hochalpen bis zur Schneegrenze ins Meer versenkt denkt, so dass nur noch die obersten Gipfel und Firnbereiche hervorragen.» Er schuf die erste umfassende Werkgruppe zum hocharktischen Archipel und avancierte einige Jahre später zu einem überaus populären Bergmaler.

Damals wie heute: Reisen, Naturerlebnis, Entdeckerlust
Wieland sah in Spitzbergen das «Touristenland der Zukunft». Die Zeit sollte ihm Recht geben: Im Fahrwasser der Erling Jarl haben mittlerweile unzählige Passagierschiffe den hocharktischen Archipel angesteuert. Allein 2017 wurde er von rund 59 000 Personen auf dem Seeweg besucht. Der Polartourismus erfährt gerade den grössten Wachstumsschub seiner Geschichte.

«Auf Nordlandfahrt» beschäftigt sich als erste deutschsprachige Publikation ausführlich mit den Anfängen dieses boomenden Tourismus-Zweigs. Gleichzeitig ist sie in ihren Grundthemen – Reisen, Naturerleben, Entdecken – sehr universell und gibt spannende Einblicke in den Geist einer Zeit, die in verschiedenster Hinsicht vom Aufbruch geprägt war und bis heute nachwirkt. (Medienmitteilung)

Sandra Walser: Auf Nordlandfahrt – 1896 von Hamburg nach Spitzbergen NZZ Libro: Basel 2018. 176 Seiten, 64 Abbildungen. 16 x 24 cm, gebunden (Halbleinen). ISBN 978-3-03810-367-7. UVP CHF 39 / EUR 39. Bestellung

Sonntag, 9. September 2018

Svalbard im aktuellen Klimawandel, von Conradin C. Burga

Die diesjährige Exkursion der NGZH [Naturforschende Gesellschaft in Zürich] führt im August nach Spitzbergen. Die Inselgruppe ist, wie alle Polarregionen, stark vom Klimawandel betroffen. Der vorliegende Artikel beleuchtet, was diese Entwicklung für Spitzbergen bedeutet.

PDF des in der Vierteljahrsschrift der Naturforschenden Gesellschaft, Jg. 163 (2018), H. 2, S. 10-13, erschienen Aufsatzes. Conradin C. Burga ist emeritierter Professor für Physische Geographie an der Universität Zürich und u.a. Herausgeber der Monographie Oswald Heer, 1809-1883. Paläobotaniker, Entomologe, Gründerpersönlichkeit, Zürich 2013. Siehe auch "Ausgezeichnete Früchte auf Hasen Insel." (Alfred G. Nathorst an Oswald Heer)

Homepage der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich

Luftaufnahme des Midre Lovenbreen (NGZH)




 

Montag, 29. Januar 2018

Diese Expedition schickt dich in die Arktis, von Daniel Krähenbühl (20min.ch, 29.1.18)

Die Arktis, fünf Jugendliche und eine Mission: Das Swiss Arctic Project sucht Teilnehmer für eine unvergessliche Forschungsreise.

Zerklüftete Fiorde und endlose Gletscher, aber auch eisige Winde und tobende Stürme auf dem Polarmeer - das alles können fünf junge Schweizer zwischen 16 und 25 Jahren diesen Sommer erleben, wenn sie sich erfolgreich für das Swiss Arctic Proiect qualifizieren.

Wenn Charles Michel, der Leiter des Projekts, von der nächsten Arktis-Reise des Expeditionsschiffes «MV San Gottardo» erzählt, kommt er ins Schwärmen. «Dort ist man der Natur extrem nah. Das ist ein unglaubliches Gefühl», sagt Michel. Er erzählt von wellenreitenden Zwergwalen, Rentiere mit ihren Jungtieren und Walrossen, die sich gemütlich in der Sonne fläzen.

Den Klimawandel dokumentieren
Doch beim Swiss Arctic Project geht es nicht um eine Touristenreise, sondern um eine wissenschaftliche Expedition mit dem Ziel, in der Schweiz das Bewusstsein um die sich in der Arktis besonders sichtbar abspielende Naturkatastrophe zu verstärken. Michel sagt: «Es sind unsere Kinder, die mit diesen Folgen der Klimaerwärmung leben und die damit verbundenen Probleme lösen müssen.»

Charles Michel arbeitete über 30 Jahre lang für das Schweizer Fernsehen und war auf der ganzen Welt im Einsatz. Er sah die Auswirkungen des Klimawandels mit eigenen Augen. Diese seien auch in der Schweiz klar ersichtlich. Allein letztes Jahr seien hierzulande 1.5 Milliarden Kubikmeter Gletschereis weggeschmolzen.

Umso wichtiger sei es daher, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Für das Swiss Arctic Project werden jetzt fünf 16- bis 25-jährige Jugendliche und junge Erwachsene gesucht, die sich für den Klimawandel interessieren und diesen hautnah und wissenschaftlich begleitet dokumentieren wollen. Die Reise ist dabei ein echtes Abenteuer und wird kein Spaziergang: Auf der Tagesordnung stehen Temperaturen im Minusbereich, Eisbären, gegen die man sich mit Waffen absichern muss und ein Eismeer, in dem man innert Sekunden an einer Unterkühlung sterben kann. Die Arktis fordert ihren Besuchern alles ab.

1000 Franken Lohn
«Während der Expedition erarbeiten sie gemeinsam den ‹Students Climate Report 2018›», erklärt Michel. Der Auftrag an die Teilnehmer lautet: Fakten zum Klimawandel ermitteln und mit Politikern, Betroffenen und Forschern vor Ort Interviews darüber führen. Wer mitmachen will, muss möglichst viele Stimmen im Online-Voting sammeln. Zentraler Teil des Projektes sei nämlich, dass die Expeditionsmitglieder ihren Bekanntenkreis an ihren Erkenntnissen und Erlebnissen teilhaben lassen – sei es auf Facebook, Twitter, Youtube, Instagram oder auf dem eigenem Blog. Jeder Expeditionsteilnehmer erhält für seine Arbeit 1000 Franken Lohn.

Einer der berühmtesten Schweizer Polarforscher, Konrad Steffen, ist als «Götti» für die Jugendlichen am Projekt beteiligt. Der Direktor der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) ist für seine Forschung über die Auswirkungen des Klimawandels weltbekannt. «Die Teilnehmer sollen sich mit dem Klimawandel auseinandersetzen und sich entsprechende Fragen stellen», sagt Steffen. Das Projekt finde er sehr gut, denn Jugendliche und junge Erwachsene würden viel eher auf Gleichaltrige hören, als trockenen Vorträgen von Forschern zu lauschen. «Das ist bei meinen Kindern genau gleich», sagt Steffen. (Pressetext)

Swiss Arctic Project

MV San Gottardo (Bild: Charles Michel)

Montag, 20. November 2017

Hans-Beat Wieland (1867-1945), Zeichner und Maler

Sandra Walser, freischaffende Polarführerin, Referentin, Fotografin und Publizistin aus Zürich, arbeitet an einer Publikation mit dem Arbeitstitel "Als blickte ich in ein Feenland" über den Zeichner und Maler Hans Beat Wieland (1867-1945), die im Herbst 2018 erscheinen soll. Wieland hielt sich im Auftrag der Leipziger Illustrierten in den Sommern 1896 und 1897 auf Spitzbergen auf.

Holzstich nach einer Zeichnung oder Fotografie von Hans Beat Wieland aus der Leipziger Illustrierten

Samstag, 29. August 2015

Ringvorlesung: Norwegen, Spitzbergen und die Arktis (Volkshochschule Zürich, Winter 2015/16)

Wikinger, Pioniere, Forscher: Abenteurer- und Entdeckertum sind eng mit Norwegen, Spitzbergen und der Arktis verbunden. Daneben faszinieren Fjorde und Tafelberge, arktische Eisdynamik und das Leben im Eis. Wie beeinflussen Golfstrom und Meteorologie der Pole Gross-Wetterlagen? Welchen Herausforderungen stellen sich heutige Abenteurer? (Konzept: Robert Budaváry)

Prof. Dr. Heinz Wanner (Norwegen und die Arktis: Klima, Geographie, Nordmänner), Prof. Dr. Adrian Pfiffner (Fjorde, Fjells und Tafelberge: Werden und Vergehen des kaledonischen Gebirges), Prof. Dr. Konrad Steffen, Direktor WSL (Das Eis der Arktis: Dynamik, Bedeutung, Prognosen), Lebensraum arktisches Meer (Dr. Michael Wenger), Auf den Spuren von Fridtjof Nansen: moderne Abenteurer in der Arktis (Thomas Ulrich, Fotograf, Filmer, Abenteurer), Golfstrom, Pol-Meteorologie und Gross-Wetterlagen (Thomas Bucheli).

Montag, 4.1. – 8.2., 6x, 19:30 – 20:45, Uni Zürich-Zentrum, Fr. 140.-

Weitere Informationen Volkshochschule Zürich

Virgohamna, links Smeerenburg sowie Noorderlicht (Spitzbergen). Stefan Kern/Polararchiv Schweiz

Montag, 19. Januar 2015

Arktis - Grönland & Spitzbergen - Multivision von Andreas & Christian Zimmermann

„Die Fotografen Andreas und Christian Zimmermann haben den Hohen Norden insgesamt sieben Mal besucht und ihre Eindrücke in einer packenden Reportage zusammengestellt. Mit wunderschönen Bildern, Videos und spannenden Geschichten möchten die Brüder Sie nach Grönland und Spitzbergen entführen und Sie mit dem Arktisvirus anstecken.“ (PR-Text) Termine und Tickets















Mittwoch, 29. Januar 2014

Alfred und Gisela Andersch: "Sie macht etwas im Raum, ich in der Zeit." - Ausstellung im Museum Strauhof Zürich

Alfred Andersch war ein grosser und leidenschaftlicher Reisender: «Der Ort, den Alfred Andersch bei seinen Aufbrüchen in die Welt suchte, war die Wildnis, weil er nur dort sich allein und frei fühlen und an Gott und das Nichts denken konnte. (...) Der grösste Traum im Leben Anderschs galt einer Reise nach Spitzbergen.

Skandinavien hatte er früh kennengelernt, war 1953 mit Gisela Andersch durch Lappland, 1956 durch Schweden und 1961 durch Norwegen mit dem Rucksack gewandert, berauscht von der Fremde und der Einsamkeit, so dass er sich im Buch Wanderungen im Norden in Henry David Thoreaus Satz spiegelte: `In solchen Zeiten der Einsamkeit und des Fremdseins gedeih' ich wie das Maiskorn in der Nacht.‘“ (Christian Linder) Das Reisebuch Wanderungen im Norden, das 1963 erschien, lebt stark von den farbigen und zum Teil abstrakten Natur-Fotografien von Gisela Andersch, die zwischen die einzelnen Erzähltexte eingestreut wurden. Überhaupt hatte die Malerin das Medium der Fotografie mit ihrer neuen Rolleiflex (Mittelformat) neu für sich entdeckt, nachdem es vorher stets Alfred Andersch gewesen war, der mit seiner Leica-Kleinbildkamera - u.a. 1954 auf den Liparischen Inseln - fotografiert hatte.

Umschlag der Erstausgabe von 1969
1965 reisten die Anderschs im Auftrag des Deutschen Fernsehens nach Spitzbergen und in die Arktis, wo Alfred Andersch mit Martin Bosboom den Film Haakons Hosentaschen drehte. Das zweite Ergebnis dieser Reise war das Buch Hohe Breitengrade oder Nachrichten von der Grenze (1969). Auch dieses Mal nahm sich Andersch der «verluderten Gattung Reisebeschreibung an und statuierte ein Exempel.» (Manuel Gasser)

Seine eigenwilligen, naturwissenschaftlich immer exakten Schilderungen geleiten uns an die Grenze des Packeises. Er berichtet nicht nur Selbsterlebtes, er versucht auch den Geist der Polarforschung in Gestalten wie Nansen und Amundsen neu zu deuten, indem er ihre Erlebnisse, ihre Begegnungen mit diesem unberührten Teil der Welt schildert. Die Farbtafeln von Gisela Andersch setzen die mit Worten eingefangene Atmosphäre Spitzbergens in Bilder um, bestätigen den Bericht. Vor sogenannten Motiven klappte sie die Kamera «entmutigt und entschlossen zu, weil sie keine Ansichtskarten fotografieren wollte.» (Aus dem Begleittext zur Ausstellung)

Die beiden Bücher "Wanderungen im Norden" und "Hohe Breitengrade" sind vergriffen. Sie lassen sich jedoch bei www.zvab.com antiquarisch beschaffen. Oder in Bibliotheken ausleihen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 2. März 2014 zu sehen.

Eine zeitgenössische Rezension des Buchs "Hohe Breitengrade" ist unter http://www.zeit.de/1969/48/zu-einem-misserfolg nachzulesen.

Samstag, 12. Oktober 2013

Prix de Quervain 2013 für Polar- und Höhenforschung

Zum fünften Mal wird der "Prix de Quervain" für Polar- und Höhenforschung vom Swiss Committee on Polar and High Altitude Research, a Committee of SCNAT and SAMS verliehen.

Das Symposium und die Preisverleihung an Nicole Inauen ("Alpine Gletschervorfeldpflanzen unter erhöhter atmosphärischer CO2-Konzentration") und Lena Hellmann ("Arktisches Treibholz aus Grönland und Spitzbergen - Holzanatomische Klassifikation") finden am Mittwoch, 6. November 2013 von 18.00 - 20.30 Uhr im Alpinen Museum in Bern statt.

http://www.polar-research.ch/e/prix_de_quervain/symposium/2013/

Treibholz am Strand von Smeerenburg, NW-Spitzbergen (August 2003). Stefan Kern/Polararchiv Schweiz