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Freitag, 10. Januar 2014

"Mit Schiffen durch das schmelzende Eis der Arktis" (Nordostpassage)

Yang Huigen, Direktor des chinesischen Polarinstituts prognostiziert, dass bis zum Jahr 2020 zwischen 5% und 15% aller chinesischen Exporte auf dem Weg durch die Nordostpassage nach Europa gelangen werden. Der Leiter der Dozentur für Militärökonomie der Militärakademie (MILAK) an der ETH Zürich PD Dr. Marcus Matthias Keupp und Ramon Schöb, der dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig ist, haben die ökonomischen, regulatorischen und technischen Rahmenbedingungen und Voraussetzungen untersucht, die sich den Reedereien stellen, wenn sie die Nordostpassage als Transportweg benutzen wollen.

Zwar ist die Nordostpassage um 30% kürzer als die südliche Route von Singapur durch den Suezkanal nach Hamburg, doch ist sie seit 2008 nur während etwa eines Monats vollständig eisfrei; befahrbar ist sie von Juli bis November. Bis Ende 2012 hatte jedes Handelsschiff zwingend einen Eisbrecher als Eskorte zu chartern. Sofern es die Eisverhältnisse zulassen, dürfen seit letztem Sommer auch Schiffe ohne Eisverstärkung diesen Seeweg befahren, die Eskortierung durch Eisbrecher bleibt für solche Schiffe jedoch obligatorisch.

In der Saison 2013 wurden 71 kommerzielle Fahrten gezählt, das Frachtvolumen betrug 1,35 Mio. t. Im Vergleich zum Suezkanal ist das noch wenig, denn dort passieren täglich 2,02 Mio. t Fracht. Ausführlich: Neue Zürcher Zeitung, 7. Januar 2014, S. 23.

Erstmals befahren wurde die Route von West' nach Ost' vom Schweden Adolf Erik Nordenskjöld (1832-1901) in den Jahren 1878 bis 1879. Eine neuere deutsche Ausgabe seines Reiseberichts ("Nordostwärts. Die erste Umsegelung Asiens und Europas 1878-1880." Stuttgart 1987) ist zwar vergriffen, lässt sich aber bequem beschaffen über www.zvab.com

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